Grundlegendes - zur Erinnerung

Wärme-Erzeugung / Wärme-Verteilung
Nachdem ein Feuer an einer Stelle in einem Bauwerk seine Wärme im ganzen Gebäude nicht gleichmäßig genug verteilt, benötigen wir ein Wärmeverteilsystem, wobei sich Wasser als Wärmeträger wegen seiner großen Wärmekapazität und leichten Verfügbarkeit sehr gut eignet. Daher beaufschlagen wir Wasser an einer Stelle, dem Heizkessel o.ä., mit Wärme, wodurch seine Temperatur steigt, und leiten es zu jenen Stellen im Haus,
wo wir die Wärme über entsprechende "Kühlflächen" (gemeinhin Heizkörper, Heizflächen) an die Raumluft oder die gewünschten Bauteile abgeben (bei unserem radia-therm Heizleistensystem möglichst die gesamte Außenwand eines Gebäudes).

Vorlauf - Rücklauf - Spreizung
Am Austritt aus dem Kessel oder sonstigen Wärmelieferanten (Vorlauf) hat ein "Wasserteilchen" die höchste Temperatur, kühlt auf seinem Weg durch das Heizsystem unter Wärmeabgabe ab, um schließlich wieder mit tieferer Temperatur in den Kessel einzutreten (Rücklauf) zu einem neuen Umlauf von Aufheizen und Abkühlen.
Die Temperaturdifferenz zwischen Vorlauf und Rücklauf nennen wir Spreizung.

Gleicher Temperatur-Anstieg pro Kesseldurchgang,
aber mehr Temperatur-Abfall im Heizkreis bei höherer Übertemperatur

Bei einer gleichbleibenden Umlaufgeschwindigkeit ist unser Wasserteilchen immer gleich lange im Wärmeerzeuger unterwegs und erfährt daher jedes Mal dieselbe Temperaturerhöhung (weil ihm jeweils dieselbe Wärmemenge zugeführt wird). Der Temperaturabfall unseres Wasserteilchens während seines (auch jeweils gleich langen)
Umlaufs im Heizkreis hängt aber von der Differenz zwischen seiner Temperatur und jener der Umgebung ab (Über- oder Differenztemperatur). Je höher diese Übertemperatur, umso größer seine Abkühlung, d.h. umso höher sein Temperaturabfall; über den Daumen also z.B. bei doppelter Übertemperatur doppelter Temperaturabfall (= doppelte Spreizung).

Gleichgewichtstemperatur
Anfangs ist die Temperaturerhöhung im Kessel größer als der Temperaturabfall im Heizkreis, d.h. unser Wasserteilchen kommt wärmer zurück als beim vorherigen Eintritt in den Kessel. Dadurch steigt mit jedem Umlauf die mittlere Anlagentemperatur (= Mittelwert zwischen Vorlauf- und Rücklauftemperatur), und zwar so lange, bis der Temperaturabfall im Heizkreis so groß ist wie die Temperaturerhöhung im Kessel. Damit ist das physikalische Gleichgewicht erreicht, weil die Anlagentemperatur, die wir Gleichgewichtstemperatur nennen, nicht weiter steigen kann, wird doch die gesamte im Kessel zugeführte Wärmemenge im Heizkreis wieder abgegeben.

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