Hinweise zum Bau einer radia-therm Heizleistenanlage

anhand der Auslegungstabelle

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In der Auslegungstabelle erscheinen nach dem allgemeinen Teil, der die wichtigsten Werte der Gesamtanlage enthält, die einzelnen Heizkreise in der Reihenfolge ihrer Abzweigung vom Vorlauf-Verteilkreis.
Im allgemeinen Teil steht ganz rechts die Rohrlänge, -Dimension und Bogenanzahl des Verteil- und Sammelkreises, der aus zwei Teilen besteht: dem Vorlaufteil vom Kessel zur ersten Abzweigung und nicht zu vergessen dem Rücklaufteil vom Rücklaufsammler (wo alle Rückläufe praktisch zu einem Punkt wieder zusammengeführt werden) zurück zum Kessel.

Zum Sinn des Rücklaufsammlers:
Die Zusammenführung aller Rückläufe in einen Rücklaufsammler -- anders als beim Vorlaufverteiler -- ist deshalb angezeigt, weil dadurch ein einfaches Spülen und Füllen der Anlage möglich wird, genauso wie eine einfache Durchführung des notwendigen hydraulischen Abgleichs (mittels Heizkreisabsperr- und -reguliereinrichtungen, wofür sich z.B. Strangregulierventile, aber auch manche Hähne oder [Lötmuffen-] Schieber eignen, und Rücklaufthermometer)
Es muss ja dafür gesorgt werden, dass alle Heizkreise die ihnen entsprechenden Anteile an der Gesamtleistung erhalten (was aufgrund ihrer unterschiedlichen Strömungswiderstände in der Regel nicht der Fall ist). Dieser Zustand ist aus physikalischen Gründen dann sicher gegeben, wenn alle Rückläufe dieselbe Temperatur aufweisen. Somit ist dieser Abgleich durch Drosseln des Durchflusses überversorgter Heizkreise auch für sog. "Laien" einfach durchzuführen (überversorgt sind immer jene mit einer höheren Rücklauftemperatur als der/die mit der niedrigsten).

In der ganz rechten Spalte der einzelnen Heizkreistabellen erscheinen die Rohrlängen, -Dimensionen, Bögen etc. der Teilstücke des Verteilkreises zur jeweils nächsten Abzweigung (das sind meist plausible Werte aufgrund von Grundrissplänen, wenn noch keine genauere Rohrführung vorliegt).

Wenn zwei Heizkreise praktisch vom selben Punkt aus verzweigen (z.B. einmal nach links und einmal nach rechts in einer Ebene), dann bleibt beim ersten der beiden diese Zelle in der Regel leer (d.h. ihr Wert = 0; hier spielt eigentlich auch die Reihenfolge der betroffenen Heizkreise keine Rolle, denn der unvermeidliche, aber sehr kleine Abstand der T-Stücke -- wenn kein Kreuzstück verwendet wird -- ist für den Druckabfall im Verteilkreis so gut wie unbedeutend).

Die Heizleisten folgen zunächst immer der Außenwand in der Reihenfolge der in der jeweiligen Heizkreisteiltabelle angeführten Räume. Wenn ein Teil dieser Außenwand für die Anbringung einer Heizleiste nicht verfügbar ist (bei Durchbrüchen wie Eingangs-, Terrassentüren u.ä.) und der verbleibende Rest der Wand zur gewünschten Wärmeversorgung nicht ausreicht, wird ersatzweise an eine Innenwand ausgewichen (meist mit einer sog. Stichleitung). Das wird in den Spalten Wandlänge, nicht bestückbare Wandlänge und zusätzlich bestückbare Wandlänge abgebildet.

Wunsch- oder bauphysikalisch begründete Abweichungen vom generellen Leistungsbedarf pro m Wand finden in der Spalte Korrekturfaktor Leistungsbedarf in ±% ihre Berücksichtigung.

Zu einem Heizkreis gehören auch noch die Zuleitungen, das sind alle Leitungslängen, die nicht schon in den Feldern "Wandlänge" und "zusätzlich bestückbare Wandlänge" erfasst sind, also Stücke durch Innenwände, und vor allem die Leitung vom Ende des letzten Heizleistenabschnitts zum Rücklaufsammler, manchmal auch die Leitung von der Abzweigung zum Anfang des ersten Heizleistenabschnitts (wenn diese nicht gleich am Anfang vorliegt).

Des weiteren erscheint (b.), wenn eine Einzelraumregelung Thermostatventil mit "Bypass" vorgesehen ist, in der entsprechenden Spalte bzw. (o.), wenn ein Raum in mehrere Zonen unterteilt wurde, wovon nur eine ein Thermostatventil benötigt, die Bypassleitung aber auch über die anderen Zonen geführt wird, die natürlich ohne Ventil bleiben). Versorgt ein Heizkreis nur einen einzigen Raum (bzw. Zone), entfällt natürlich der Bypass bei der Verwendung eines thermostatgesteuerten Ventils (in diesem Fall erscheint (n.) in der Spalte, damit das Thermostatventil in der Stückliste berücksichtigt wird).

In welchem Raum sich das Zentralthermostat, das ist jenes, welches direkt den Kessel steuert, befindet, ist mit einem weißen (z.) auf rotem Grund angegeben. Es wird sinnvoller Weise in einem für das gewünschte Wohnklima repräsentativen Raum montiert, der natürlich ohne Einzelraumregelung mit Thermostatventil bleibt.

In "Anzahl Heizregister" erscheint die Bestückung des Raumes bzw. der Zone mit Heizregistern (wegen des Temperaturabfalls im Zuge eines Heizkreises benötigt man für dieselbe Leistungsabgabe an dessen Anfang etwas weniger Heizregister als am Ende). Daneben ist ersichtlich, wieviel Prozent der Wandlänge bestückt werden,
d.h. ob die Verteilung enger oder lockerer erfolgt. Daneben steht zum Vergleich die Verteilung bei Einzelraumanbindung (Parallelschaltung), wo kein Temperaturabfall entlang einer Folge von Räumen (Reihenschaltung) berücksichtigt werden muss, weil für jeden Raum ein eigener Heizkreis zur Verfügung steht. Hieran ersieht man die leichte Verschiebung der Heizregister vom Anfang zum Ende eines Heizkreises wegen des Temperaturabfalls.

Für die Ermittlung des Basis-Formstück/Fitting-Bedarfs ist die jeweilige Anzahl Bögen eingetragen: die in den diversen Streckenteilen anzunehmende (oder schon genau ermittelte) Anzahl an Bögen, und zwar innerhalb der jeweiligen Zone (wenn ein Bypass vorhanden ist nur jene, die dieser auch mitmacht), dann jene bei ev. Heizleisten an Innenwänden (z.B. Stichleitungen) sowie alle übrigen (z.B. Rücklaufleitung zum Rücklaufsammler) in der vorletzten Spalte rechts.

Die restlichen Felder sind hoffentlich selbsterklärend.

Hier sind einige Prinzipskizzen zu sehen, die eine Auswahl von Strangschemen zeigen, aus der die Einfachheit der Anlagen ersichtlich sein sollte, und mit denen man sich leicht andere, den Gegebenheiten entsprechende Leitungsführungen ableiten kann.
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Zu kompliziert?

Dann bitte hier weiterlesen:  Erläuterung von Zusammenhängen